Gesetze aus Pirmasens

Am dritten Tage im Monde des Herrn Praios, der Rechtschaffene, der Wächter über Wahrheit, Gesetz und Ordnung und dies im Jahre 1037 nach dem Falle Bosparans erlasse ich, Arwain Aetius Arodon, Ritter von Weidenau und Pirmasens, für das letztgenannte Lehen, empfangen aus der Hand ihrer Durchlaucht Sophia von Nassau-Saarbrücken, die folgenden Verordnungen als Gesetze aus meiner Hand, für die ich zugleich Richter und Ausübender bin. In allen Dingen, die von den untenstehenden Gesetzen nicht betroffen sind, gelten unverändert die allgemeinen Gesetze des Landes. So etwas nicht von den neuen, noch von den alten Gesetzen betroffen ist, gilt als Gesetz mein Wort.

Gesetz über den rechtschaffenen Umgang mit Magie

In Eingedenk der Weisheit, dass die magische Kraft den Menschen als Geschenk gegeben, aber nur wenige Menschen dieses Geschenkes würdig sind, sei dieses bestimmt:
Die Ausübung von Magie ist grundsätzlich gestattet. Verboten und mit dem Tode bestraft seien aber Zauber der Beschwörung von Toten, Geistern, Dämonen und anderem Unheiligem Getier, sowie die Magie des Blutes und der Verwandlung anderer wider ihren Willen und wider die göttliche Ordnung. Auch soll der Magier nicht trachten nach der Beherrschung von anderer Menschen Geist und Zauber zum Schaden nur zur Verteidigung seiner Person benutzen.
Um den guten von schlechten Zauberer zu scheiden, sollen die rechtschaffenen in der Vogtei vorstellig sein, dorten ihre Kunst zeigen und ein blaues Band empfangen und sichtbar tragen. Dann sollen sie Abgaben leisten wie die Ausübenden eines Handwerks und kein Übel fürchten.
So sie dies aber nicht tun, sei angenommen sie wollen etwas verbergen und Verbotenes tun und so sollen sie auch gestraft werden.

 

Gesetz betreffend das Eigentum an Grund und Boden sowie Zehnt und Dienst der Bauern

Wer ein freier Bauer ist, soll einen Zehnt nach jedem Erntemond an die Herrschaft zahlen und ist auch zum Dienst in der Landwehr verpflichtet. Sonst soll er leben nach den Gesetzen und vor Gericht für sich selbst sprechen, gehen wohin und heiraten wen er will.
Wer ein unfreier Bauer ist, soll einen Zehnt nach jedem Erntemond an die Herrschaft zahlen und ist der Herrschaft zu Dienst an Hand und Spann und in allen Dingen zu Gehorsam verpflichtet.
Wo ein Stück Land nach der Zeit des Krieges ohne einen ist, der es beackern kann, soll das Eigentum darüber nach einem Jahr zum 1. des Praios 1038 der Herrschaft zufallen. Wenn dann einer solches Land von der Herrschaft bekommet, soll er darauf arbeiten und zweifachen Zehnt zahlen für zwei Jahre. Dann soll das Land sein eigen sein und er zahlt nur noch den einfachen Zehnt.
Wo einer ein Stück Land aus dem Wald schlägt, der der Herrschaft gehört, soll er zwei Jahre keinen Zehnt zahlen. Die Bäume die er aber schlägt, sollen der Herrschaft gehören. Nach zwei Jahren soll das Land sein eigen sein und er den einfachen Zehnt zahlen.
Wo einer unfrei ist, darf er den zweifachen Zehnt zahlen und wenn ihm das über zwei Jahre gelingt, soll man ihm alle Schuld erlassen und ihn einen Freien nennen.
Wo einer Land roden will und einen Elb in den Bäumen trifft, soll er die Axt nicht an den Baum und nicht an den Elb legen, damit der Frieden der Völker gewahrt bleibt und soll sich einen anderen Baum fällen.

 

Gesetz über den Umgang mit widernatürlichen Wesenheiten oder feindseligen Tieren

Diese seien benannt als widernatürliche Wesenheiten: Dämonen, Geister, Chimären, Werwölfe und andere Tiermenschen, Untote, Blutsauger und alle Mischungen unter ihnen oder mit ihnen.
Dies sind die schädlichen Tiere: Wölfe, Orken, Schlangen, Bären, Füchse, Goblins, Trolle, räuberische Vögel.
So einer eines schädlichen Tieres oder eines widernatürlichen Wesens angesichtig wird, soll er es totschlagen und seinen Kopf zur Mahnung auf einen Spieß stecken. Wenn er dies nicht kann, soll er einen rufen, der es kann. Tut er nichts von beiden, soll er das Schicksal erleiden, welches er dem Ding verweigert hat.

 

Gesetz betreffend die Abgaben von Bürgern, Handwerk und Gewerbe, so auch deren Verpflichtung zum Dienste

Wo einer Bürger ist und von einem Handwerk oder einem Gewerbe lebt soll er einfachen Zehnt jeden Mond zahlen und mit seinem Zunft Dienst in der Bürgerwehr tun. Ist aber einer vom Handwerk der Köhler, der Sattler, Gerber, Glasbläser, Feinschmiede, Steinmetze oder Architekten oder Zimmerer, so soll er über zwei Jahre nur einen halben Zehnt leisten, wenn er in dieser Zeit ein eigenes Haus und Gewerk gründet und wenigstens zwei in seinem Lohne einstellt.
So einer ein Händler ist, der mit mindestens zwei Städten außer seiner eigenen Handel treibt, so soll ihm der Zehnt über zwei Jahre erlassen bleiben, wenn er dafür einen zwölften Teil seines Einkommen für den Bau von Straßen und Brücken aufwendet.

 

Über den Glauben und den Zehnt an die Kirchen

Dies ist der Glauben der Menschen in Pirmasens: Sie glauben an Bahamut den Silbernen, den mächtigen Tyr, den Thasmudian, die vier Drachen oder die Zwölfgötter. So sie an die ersten vier glauben, sollen sie neben dem Zehnt an die Herrschaft ein Siebentel nach jedem Erntemond an ihre Kirche zahlen. So sie aber zu den Zwölfen beten, sollen sie ein Zehntel an deren Tempel geben.
So einer an einen anderen Gott glaubet, sei er unbehelligt und frei sein eigen Seelenheil zu verderben, solange dieses kein Gott ist, der zum Schaden wider die anderen aufruft und er nicht offen sucht die Rechtgläubigen zu verführen. Wenn er aber so handelt, soll er als Ketzer von den Rechtgläubigen und deren Priestern gerichtet werden. In jedem Fall hat er den Zehnten an die Kirche der Zwölf zu entrichten.
So einer an gar nichts glaubt, entrichtet er den Zehnt an den Glauben der Herrschaft, der ist der an die Zwölfgötter.

 

 Gesetz über das Tragen von Waffen

Das Tragen von Waffen sei grundsätzlich jedem freien Mann und Weib gestattet, sowie es jedem unfreien Mann und Weib untersagt sei.
Doch sei auch den freien Männern und Weibern das Führen jener Waffen verboten, die durch ihre Art einem bestimmten Stande vorbehalten sind, so ein geflammtes Schwert zu zwei Händen, auch Rondrakamm geheißen, oder der zwölfstrahlige Streitkolben der auch Praioszepter heißt und auch der Dreizack und der Rabenschnabel, die den Geweihten vorbehalten, sowie die Lanze, die alleine dem Ritterstand gebührt. Wer dagegen verstoßet, soll vor die Geweihtenschaft oder die Ritterschaft geführt und von dieser gerichtet werden.
Auch verboten sei das Tragen von Waffen, die ihrer Art nach nur zu üblem Tun gedacht seien können. Dabei seien namentlich genannt Klingen, welche in einem Stock oder sonst wie verborgen getragen werden, Drähte, die man zum Würgen benutzt oder alle Arten von Gift. Wer solche Waffen eines Mörders führt, der soll von seinen eigenen Waffen zu Tode kommen.